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Schlechter Scherz: Böller im Dixie-Klo führt zur Kündigung

Einen ungewöhnlichen Fall hatte das Arbeitsgericht Krefeld in einem am 2.1.2013 bekanntgegebenen Urteil vom 30.11.2012 (Az. 2 Ca 2010/12) zu entscheiden: ein Gerüstbauer wollte sich mit einem besonderen Scherz als „Stimmungskanone“ betätigen. Er zündete einen Feuerwerkskörper in einem Dixie-Klo, auf dem gerade einer seiner Kollegen saß. Der Scherz erwies sich als fatal: durch den Böller verbrannte sich der Kollege am Oberschenkel, im Genitalbereich und an der Leiste so stark, daß er drei Wochen lang arbeitsunfähig war. Damit jedoch nicht genug: dem Scherzkeks wurde durch den Arbeitgeber fristlos gekündigt.
Gegen diese Kündigung klagte er vor Gericht. Doch weder die Einlassung, daß er seit 15 Jahren für die Firma beanstandungslos arbeiten würde, noch der Vortrag, daß es unter den Kollegen üblich gewesen sei, Scherze – auch mit Böllern! – zu machen, verfing vor Gericht. Auch die Behauptung, der Böller sei nur versehentlich in die Kabine gerutscht, als er von ihm an der Kabinentür angebracht wurde, überzeugte das Gericht nicht; vielmehr ging man davon aus, daß der Böller von oben in die Toilette geworfen wurde.
Das Arbeitsgericht Krefeld wies daher die Klage ab: es sei allgemein bekannt, daß der nicht sachgerechte Umgang mit Feuerwerkskörpern zu schweren Verletzungen führen könne; dies gelte erst recht dann, wenn der Betroffene – wie hier - nicht flüchten könne. Angesichts der Schwere des Vorfalls sei trotz der verhaltensbedingten Kündigung ausnahmsweise keine vorherige Abmahnung erforderlich; zudem sei dem Arbeitgeber auch nicht die Einhaltung der regulären Kündigungsfrist zuzumuten.

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